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	<title>#Familienalltag #UmgangmitBehinderung-Archiv - nestwärme Deutschland</title>
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		<title>Netter alter Mann vol. 2</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Feb 2025 10:33:35 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>oder: ein (ANTI) Social Media Beitrag Was war das noch schön, als der nette alte Mann (hier lesen) jene Begegnung im Zusammenhang mit Fine war, die mir am meisten nachgegangen ist. Heute, nur ein paar Wochen später, bin ich um eine Erfahrung reicher, die meine Hoffnung ärmer gemacht hat. Heute erzähle ich von Verrohung der&#8230;</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.nestwaerme.org/blog/netter-alter-mann-vol-2/">Netter alter Mann vol. 2</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.nestwaerme.org">nestwärme Deutschland</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2025/02/Design-ohne-Titel-1-462x391.png" alt="Netter alter Mann vol. 2" /></p>
<p class="wp-block-paragraph">oder: ein (ANTI) Social Media Beitrag</p>



<p class="wp-block-paragraph">Was war das noch schön, als der nette alte Mann (<a href="https://www.nestwaerme.org/blog/netter-alter-mann/">hier lesen</a>) jene Begegnung im Zusammenhang mit Fine war, die mir am meisten nachgegangen ist. Heute, nur ein paar Wochen später, bin ich um eine Erfahrung reicher, die meine Hoffnung ärmer gemacht hat. Heute erzähle ich von Verrohung der Umgangsformen, Anonymität im Netz und die Auswirkungen dieser Entwicklung.</p>



<figure class="wp-block-image size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="462" height="568" src="https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2025/02/Design-ohne-Titel-1.png" alt="" class="wp-image-7810" style="width:433px;height:auto" srcset="https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2025/02/Design-ohne-Titel-1.png 462w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2025/02/Design-ohne-Titel-1-244x300.png 244w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2025/02/Design-ohne-Titel-1-431x530.png 431w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2025/02/Design-ohne-Titel-1-411x505.png 411w" sizes="(max-width: 462px) 100vw, 462px" /></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Anonymität im Netz birgt viele Gefahren</p>



<h2 class="wp-block-heading">Netiquette? Fehlanzeige</h2>



<p class="wp-block-paragraph"> Durch einen Artikel in der hiesigen Tageszeitung wurde ein öffentlich-rechtliches Medienunternehmen auf uns aufmerksam und fragte uns für eine kleine Fernsehreportage an. Der Autor war an Fines Leben, aber auch an unserer Haltung interessiert und ging gemeinsam mit dem Kamerateam sehr behutsam mit uns um. Nach Ausstrahlung im lokalen Abendprogramm kamen viele positive Rückmeldungen. So entschieden wir uns nach Anfrage, dass der Beitrag auch bei Facebook veröffentlicht werden darf.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Hier hatte er eine große Reichweite. Es gab über 2500 Likes, Herzchen und viele mutmachende, anerkennende oder einfach nette Kommentare.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und nicht so nette.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Solche, die Fines Leben in Frage stellen. Solche, die uns als Eltern in Frage stellen. Das klingt jetzt erstmal nicht so schlimm. Schließlich sind wir nicht von vorgestern und haben uns natürlich auch über Fines Leben und ihren Lebenswert Gedanken gemacht. Tatsächlich sind wir immer wieder dazu angehalten, weil Fines Leben das nunmal mit sich bringt. Dennoch haben uns Kommentare wie „Lasst sie doch sterben“ und Ratschläge, dass es „Ärzte und Medikamente gibt, die sowas machen“ zutiefst geschockt. Dabei haben sie uns nicht mal sonderlich als Eltern von Fine berührt, denn sie waren dermaßen respektlos und daneben, dass wir sie als diese gar nicht annehmen konnten. Als Mitglieder unserer Gesellschaft haben sie uns hingegen stark erschüttert. Ich kann und möchte den Tenor des Mobs hier gar nicht wiedergeben, denn ich würde mich von Angeboten aus der Verlagsgruppe Springer nicht mehr retten können. Aber, soviel sei gesagt, ist den Menschen, die die 1,5 minütige Zusammenfassung der Reportage angeschaut haben glasklar, dass Fines Leben nicht lebenswert ist und wir als egoistische Eltern mit dieser „Übermedizin“ aufhören sollen, damit das Leid ein Ende hat. Eigentlich wird ihr von den meisten Protagonisten abgesprochen, dass sie überhaupt lebt. Und, um den Kreis zu schließen, haben sie ebenso wie der nette alte Mann natürlich auch tolle selbstständige Kinder, die gesund sind und eine Ausbildung machen.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Echt jetzt?</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlichen Glückwunsch. Ihr seid wirklich ganz tolle Mitglieder der Gesellschaft. Oder sollte ich eher der Bevölkerung sagen? Denn eine Gesellschaft bedeutet für mich etwas anderes. Eine Gesellschaft bedeutet für mich, dass Menschen miteinander verbunden sind und sozial interagieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und bitte verkauft es mir jetzt nicht als sozial, dass ihr Fine „erlösen“ wollt. Denn anders als es möglicherweise bei alten oder erkrankten Menschen ist, die des Lebens müde sind und dies auch klar äußern können, kann Fine das so klar nicht. Zudem kennt sie es nicht anders. Vielleicht fragt sie sich sogar, warum um sie herum so viele Menschen gestresst umherlaufen und freut sich ihres Lebens darüber, dass sie wenig Leistungsdruck und viel bedingungslose Liebe und Zuwendung bekommt. Wer weiß? Sie kann es nicht sagen. Sie kann ihr Leid äußern, was wirklich eher selten ist und sie kann ihre Zufriedenheit zum Ausdruck bringen, was sie tut. Wir begleiten sie auf ihrem Lebensweg. Richtig &#8211; auf ihrem Weg. Es ist ihr Leben und daher liegt es auch nicht an uns, darüber zu urteilen oder für sie zu entscheiden. Was übrigens in allen Fällen die Aufgabe von Eltern sein sollte. Nicht einen erwünschten Weg auf ihre Kinder zu projizieren und sie in die gewünschte Richtung drängen, sondern sie auf ihrem Weg zu begleiten.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und glaubt mir, es gibt ärmere Kinder als Fine. Die, obwohl sie jeden Tag alles daran setzen alles „richtig“ zu machen, es nicht schaffen den Erwachsenen gerecht zu werden. Erlösen wir die auch von ihrem Leid?</p>



<h2 class="wp-block-heading">Lasst sie uns erlösen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Ja, lasst sie uns erlösen. Die Kinder. Und lasst uns auch Fine erlösen!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst uns uns alle erlösen von Egoismus, Diskriminierung, Ausgrenzung und Ignoranz!</p>



<p class="wp-block-paragraph">Alle Menschen sind es wert, gesehen zu werden und sich individuell und so selbstbestimmt wie möglich entfalten zu dürfen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Auch wenn die Merkmale, die die Besonderheit anderer ausmachen uns selbst ungewohnt sind, ist Toleranz das Mindeste, was wir entgegen bringen können.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Lasst uns offen sein für die Vielfalt, die unser Leben bunter macht und uns, noch besser,  solidarisch gegenseitig unterstützen und bereichern.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>



<p class="wp-block-paragraph">Habt ihr auch schon solche Erfahrungen mit Reaktionen oder Äußerungen von Mitmenschen gemacht? Welche waren positiv und welche haben euch verletzt oder verärgert? Was würdet ihr euch von anderen Menschen wünschen? Teilt es mit uns in den Kommentaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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		<title>Netter alter Mann</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Dec 2024 07:54:42 +0000</pubDate>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/Auto-behindert-e1733221385158-521x391.jpeg" alt="" /></p>
<p class="wp-block-paragraph">Ganz cool fahre ich mit Fine in unserem neuen Transporter auf den super komfortablen Behindertenparkplatz nahe der Trierer Innenstadt, um sie wie jeden Tag in die <a href="https://www.nestwaerme.org/kita/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nestwärme Kita</a> zu bringen. Besonders ist schon die Tatsache, dass der Parkplatz überhaupt frei und nicht von einem zu bequemen Fußgänger und dessen fahrbaren Untersatz belagert wird. Das ist ein anderes Thema, welches uns Betroffenen leider regelmäßig Nerven kostet. Die scheußliche Respektlosigkeit und Selbstbezogenheit, mit der einige Menschen durch die Welt laufen. Aber gut, ein Andermal mehr dazu, bevor mir schon am frühen Morgen die Hutschnur platzt. Obwohl das wohl gleich auch bei diesem Thema passieren wird&#8230;&nbsp;</p>



<figure class="wp-block-image size-large is-resized"><img decoding="async" width="819" height="1024" src="https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-819x1024.png" alt="Foto eines Behindertenparkplatzes" class="wp-image-7585" style="width:433px;height:auto" srcset="https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-819x1024.png 819w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-240x300.png 240w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-768x960.png 768w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-431x539.png 431w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-404x505.png 404w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px-624x780.png 624w, https://www.nestwaerme.org/wp-content/uploads/2024/12/1080-x-1350-px.png 1080w" sizes="(max-width: 800px) 100vw, 800px" /><figcaption class="wp-element-caption">Behindertenparkplatz</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">Etwas aufgeregt bin ich ob der Tatsache, dass wir den Lifter, der den Rolli aus Autositzhöhe auf die Straße befördern soll nur wenige Male ausprobiert, aber noch nie wirklich genutzt haben, wenn wir ihn brauchten. Wird das alles passen? Wird die Technik funktionieren? Bekommen wir zwei das allein hin? Heute muss es klappen, denn wir sind nur im Rollstuhl unterwegs und es gibt keinen Plan B. Tragen kann ich Fine keine 50 Meter mehr und einen Buggy haben wir nicht dabei. Zusammen mit dem Rollstuhl aus dem Auto hieven kann ich sie auf keinen Fall. Also los.&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Ungewollter Zuschauer</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Gerade mache ich die Schiebetür auf und beginne mit der kleinen Fernbedienung herumzuhantieren, da bemerke ich einen Zuschauer. Ein älterer Herr scharwenzelt um uns herum und kommt uns alle paar Sekunden ein Schrittchen näher. Als Fine in ihrem Rolli auf dem Lifter steht, der sie gerade mit einem zähen Laut herunterfährt, steht der Mann neben uns und bewundert unseren Fahrstuhl.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ganz schön praktisch, wirklich. Ja, ein ganz tolles Teil. Das hat es früher nicht gegeben. Großartige Technik in so kleinem Format.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ja. Da kann ich nur zustimmen.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und dann nimmt er, nach dieser überaus tollen Liftersache auf einmal Fine wahr. Technisch nicht so auf dem Höchststand. Ohje, da bedauert er ja uns wirklich. Mit moselfränkischem Dialekt, sich aber um hochdeutsch bemühend fragt er, ob „er nicht reden könne“. Nein, das könne Fine nicht, antworte ich. Sie kann sich ein bisschen bemerkbar machen, aber nicht sprechen. Schlimm findet er das und wir tun ihm ganz schön leid.&nbsp;&nbsp;</p>



<h2 class="wp-block-heading">Das Mitleid schlägt aber glücklicherweise schnell um.&nbsp;&nbsp;</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Blöderweise allerdings in Freude für sich selbst. Er erzählt, dass von seinen fünf Kindern aber niemand behindert ist und alle kerngesund sind. Auch die Enkel sind nicht krank, sondern alle ganz wunderbar entwickelt. Groß gewachsen. Stolz ist er, spürbar froh über seine Leistung. </p>



<p class="wp-block-paragraph">Herzlichen Glückwunsch, freut mich sehr. Danke fürs Gespräch. Arschloch.&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Den ganzen Tag ärgere ich mich wie Bolle, dass ich vor Verwirrung nicht reagiert habe. Denn es freut mich tatsächlich, dass alle in seiner Umgebung gesund sind. Und ich hoffe auch von Herzen, es möge so bleiben. Aber das ist nicht sein Verdienst, sondern zum Großteil pures Glück. Und es zeugt nicht von sonderlicher Empathie, mir das an diesem Morgen erzählt zu haben.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Zum Glück kommen wir einige Minuten später bei den &#8222;Pinguinen&#8220; in der <a href="https://www.nestwaerme.org/kita/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">nestwärme Kita</a> an, wo wir uns geborgen fühlen und spürbar willkommen und richtig sind. Schade, dass dies nicht die Regel ist. Aber alle können etwas dazu beitragen.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Also bitte, netter alter Mann, halte doch beim nächsten Mal einfach deinen Mund.&nbsp;&nbsp;</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ich wills nicht hören.&nbsp;</p>



<hr class="wp-block-separator has-alpha-channel-opacity"/>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Erfahrungen habt ihr mit Reaktionen oder Äußerungen von Mitmenschen gemacht? Welche waren positiv und welche haben euch verletzt oder verärgert? Was würdet ihr euch von anderen Menschen wünschen? Teilt es mit uns in den Kommentaren.</p>



<p class="wp-block-paragraph"></p>
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