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Und dann dachte ich einfach "Ja!"

  • 06. Okt. 2026

Warum ich mich als Kinderhospizbegleiterin engagiere

Vor etwa eineinhalb Jahren wurde ich, ganz zufällig auf nestwärme aufmerksam. Ich war auf einem Markt in Fell, auf dem auch meine Tochter Produkte verkaufte. nestwärme war ebenfalls mit einem Infostand vor Ort. 

Ich kam  mit Lizzy ins Gespräch. Wir unterhielten uns ausführlich über das Ehrenamt bei nestwärme. Ich gab ihr meine Personalien und dachte für mich schon : „Ja!“

Ich wusste damals noch nicht genau, wohin mich dieses „Ja“ führen würde.

Zunächst habe ich nestwärme als Ehrenamtliche bei verschiedenen Events unterstützt. Irgendwann kam dann der Gedanke auf, die Ausbildung zur Kinderhospizbegleiterin zu machen.

Ganz fremd war mir die Hospizarbeit nicht. Ich arbeite im Altenheim und habe bereits vor ungefähr 20 Jahren die einjährige Ausbildung zur stationären Hospizbegleiterin für Erwachsene gemacht. Aber Kinder zu begleiten, das ist natürlich noch einmal etwas ganz anderes. Genau das hat mich interessiert.

Also habe ich mich für den Kurs entschieden.

„Willst du dir das wirklich antun?“

Einige Menschen in meinem Umfeld fragten mich :„Willst du dir das wirklich antun?“
Und meine Antwort war: „Was tue ich mir denn an?“

Für mich war das eine wichtige Frage. Denn natürlich weiß ich, dass die Begleitung eines schwer erkrankten Kindes und seiner Familie auch herausfordernde Momente mit sich bringen wird. Aber ich kann meine eigenen Grenzen abstecken. Ich entscheide, was mir guttut und was nicht.

Und ich finde, dass es sehr viele unterschiedliche Aufgaben für Ehrenamtliche gibt. Jede und jeder kann schauen, was zu einem selbst passt. Den Hospizbegleiter-Kurs finde ich für mich persönlich sehr gut, weil er einem viel mitgibt und auf die Aufgaben vorbereitet.

Für mich war klar: Ich möchte mich darauf einlassen.

„Ja“ zu einer Familie

Als ich die Ausbildung abgeschlossen hatte, hat mich Birgit Krewer angesprochen und mir von einer betroffenen Familie erzählt.

Von Anfang an hat es zwischen dem betroffenen Kind, seiner Mutter und mir gepasst. Es war ein gutes Gefühl, und ich habe gemerkt: Das könnte gut funktionieren.

Seitdem hole ich Ole (Namen des Kindes geändert) einmal in der Woche aus der Kita ab. Dann verbringen wir zwei bis drei Stunden miteinander.

Wir sind unterwegs, gehen spazieren oder verbringen bei schönem Wetter Zeit im Palastgarten auf einer Decke. Manchmal gehört natürlich auch ein Eis dazu. Ole mag besonders gerne Pistazie.

Es sind eigentlich ganz einfache Dinge. Und vielleicht macht genau das diese gemeinsame Zeit so besonders.

Die kleinen Veränderungen sehen

Was ich besonders schön finde, ist, die Entwicklung des Kindes mitzuerleben.

Wenn man sich regelmäßig sieht, fallen einem auch die kleinsten Veränderungen auf.

Das finde ich toll, da man eine Beziehung aufbaut und sich immer besser kennenlernt.

Gleichzeitig lerne auch ich immer wieder dazu. Denn von Ole kommt auch sehr viel zurück. Man lernt, genauer hinzuschauen und zu lesen, was er gerade braucht. Man lernt, sich aufeinander einzulassen.

Und genau das ist für mich ein wichtiger Teil dieser Aufgabe.

Mit einem guten Gefühl nach Hause

Wenn ich nach unserem gemeinsamen Nachmittag nach Hause gehe, bin ich zufrieden.

Nicht, weil immer alles besonders oder außergewöhnlich gewesen ist, sondern weil ich merke, dass diese Zeit etwas bedeutet.

Mir wird dabei auch immer wieder bewusst, wie froh wir in unserem eigenen Alltag sein können. Viele Dinge, die für uns selbstverständlich sind, betrachtet man plötzlich mit anderen Augen.

Das heißt nicht, dass man seinen eigenen Alltag ständig hinterfragen muss. Aber man wird vielleicht ein bisschen aufmerksamer. Dankbarer für die kleinen Dinge.

Und ich glaube, genau das nehme ich aus meinem Ehrenamt mit.

Die gesamte Familie im Blick

Ich kann mir gut vorstellen, mich in Zukunft auch noch stärker bei nestwärme einzubringen – zum Beispiel im Kinder- und Jugendhospiz bei der Geschwisterzeit oder in der Unterstützung der Eltern.

Denn für mich gehört die ganze Familie dazu.

Wenn ein Kind schwer erkrankt ist, betrifft das auch die Eltern, Geschwister und das gesamte Familienleben. Deshalb finde ich den Gedanken schön, nicht nur ein Kind zu begleiten, sondern Familien an unterschiedlichen Stellen unterstützen zu können.

Kinderhospizarbeit bedeutet Leben

Kinderhospizarbeit ist für viele Menschen noch immer ein Thema, über das sie nicht gerne sprechen.

Vielleicht, weil Krankheit, Abschied und Tod so schwer greifbar sind. Vielleicht, weil wir uns wünschen, dass Kinder damit gar nicht konfrontiert werden müssen.

Ich möchte deshalb ein bisschen „aufräumen“ mit den Vorstellungen, die viele von Kinderhospizarbeit haben.

Denn Kinderhospizarbeit bedeutet für mich nicht nur, über das Sterben zu sprechen. Es geht ganz viel um das Leben. Um gemeinsame Zeit. Um Entlastung. Um Begegnungen. Um einen Spaziergang, ein Eis, ein Spiel oder einfach darum, füreinander da zu sein.

Und manchmal beginnt all das mit einem ganz einfachen „Ja“.

Mein „Ja“ auf dem Markt in Fell ist jetzt eineinhalb Jahre her.

Heute weiß ich: Es war eine gute Entscheidung.

Du willst dich auch engagieren?

Du interessierst dich für die Ausbildung zur Kinderhospizbegleiterin und möchtest mehr darüber erfahren?

Dann komm zu unserer nächsten Info-Veranstaltung am 08.10. und lerne uns und die Ausbildung ganz unverbindlich kennen.

Vielleicht beginnt auch dein Weg bei nestwärme mit einem ganz kleinen Moment.

Und vielleicht mit einem einfachen:

„Ja!“

Melde dich gerne unter https://nestwaerme-akademie.kurs.software/infoveranstaltungen/show/28654/ an.


Über die Verfasserin

Ich heiße Elke Metzdorf, bin 64 Jahre alt und lebe zusammen mit meinem Mann Erich und unserem Hund Watson in der Nähe von Trier. Wir haben drei erwachsene Töchter und zwei Enkel, ein Mädchen 13 Jahre und einen Jungen 17 Jahre alt. Zusammen mit ihnen wird es nie langweilig.

Ich arbeite seit über 30 Jahren in der Altenpflege, seit 2009 in einem Altenheim in Schweich. Vor ca. zwei Jahren bin ich von der stationären Pflege in die Tagespflege gewechselt. Dadurch habe ich deutlich an Freizeit gewonnen, die ich gerne mit meiner Familie und Freunden verbringe. Auch für mein Ehrenamt ist dies ein großer Gewinn, da viele Events an den Wochenenden stattfinden und ich mich, soweit dies möglich ist, einbringen kann.

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